Mittwoch, 19. April 2017

Der Bachelor - alle Infos zur Show

Sang- und klanglos hat auch schon wieder das neue Semester begonnen. Das Sommersemester 2017 wird also aller Voraussicht nach das Kapitel Wirtschaftsinformatik-Bachelor beenden. Alle Pflicht-, und Wahlmodule sind absolviert, das Seminar liegt hinter mir und die Bachelorarbeit ist in der Mache. Ehrlichweise muss ich aber zugeben, dass ich den Bachelortitel eher als notwendigen Zwischenschritt sehe und meine Freude darüber nicht wirklich überschwänglich ist. Andererseits muss man aber auch sagen, dass ein Bachelortitel meiner Meinung nach wesentlich mehr Aufwand benötigt als ein Master, da man sich hier das eigentliche Grundlagenwissen für die Kür aneignen muss.

Was tut sich sonst noch so im Sommersemester, bevor ich näher auf die Bachelorarbeit eingehe? Da viele Module des MSc Praktische Informatik nur im Wintersemester oder gar über zwei Semester hinweg belegt werden können, die Prüfungen aber über das ganze Jahr verteilt angeboten werden, habe ich mich vorsorglich für einen ganzen Schwung von Modulen angemeldet, die da wären: Kommunikations- und Rechnernetze, PC-Technologie, Betriebssysteme, Sicherheit im Internet II bzw. Fehlertoleranz in Computersystemen, Computerunterstütztes koorperatives Arbeiten/Lernen. Nachdem die Einsendeaufgaben in diesem Studiengang alle optional sind, kann ich also jeweils frei wählen, was ich als nächstes lerne. Einige der Module werde ich wohl nie bearbeiten, that's life.

Für das Sommersemester sind die Bachelorarbeit und ein(-einhalb) Modul(e) vom MSc Praktische Informatik vorgesehen. Entgegen meiner ursprünglichen Planung habe ich mich in den letzten Wochen in Betriebssysteme vertieft und dafür das Modul "Software-Architektur und Webprogrammierung" erstmal beiseite geschoben. Gerade im Bereich der Webprogrammierung bringt mir wahrscheinlich ein nicht-universitärer Kurs am Nabel der Zeit, z.B. bei video2brain o.ä., mehr unmittelbar verwertbaren Input als die doch immer sehr theoretisch angehauchten Kurse der FUH. Hier steht für mich der praktische Nutzen mehr im Vordergrund als die Theorie dahinter, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

Betriebssysteme hingegen ist ein Themengebiet, das genau dieses theoretische Hintergrundwissen benötigt. Trotzdem ist es ein wirklich ein sehr spannendes Modul mit viel Grundlagenwissen. Ich habe es jetzt ein erstes Mal komplett durchgearbeitet und bin dabei - dank ETTI und Verteilte Systeme - auf keine größeren Hindernisse gestoßen. Hallelujah! Genau so sollen Mastermodule laufen: Wissen ausbauen, ergänzen und feiner granulieren, aber nicht komplett neu pauken. Ich liebe das, so macht Lernen richtig Spaß. Meine Prüfung ist übrigens bereits für Juli geplant (und angemeldet), deshalb muss ich mich ranhalten. Im gleichen Zeitraum soll ja auch die Bachelorarbeit geschrieben werden. Wenn Betriebssysteme hoffentlich erfolgreich absolviert wurde, bleibe ich gleich am Ball und werde wohl PC-Technologie bearbeiten, das ich dann gleich zu Beginn des folgenden Wintersemesters ablegen will. Eventuell mache ich stattdessen auch Kommunikations- und Rechnernetze, aber da warte ich erstmal auf die Skripten und entscheide aus dem Bauch heraus, was mich mehr interessiert.

Als nächster Meilenstein steht Anfang Mai aber erstmal die Besprechung der Bachelorarbeit mit dem Betreuer in Hagen an. Dabei treffen sich alle Teilnehmer des Seminars, die am Lehrstuhl ihre Arbeit schreiben wollen, und stellen ihre ersten Ergebnisse vor. Die Themenvergabe lief übrigens folgendermaßen ab: Es gab unmittelbar nach dem Seminar zwei grundsätzliche Themenblöcke zur Auswahl, aus denen man sich ein Thema ableiten konnte. Ein Themenblock nannte sich  "Programmieren", der andere "Modellieren". Mit dem Programmierthema habe ich mich nicht weiter auseinandergesetzt, weil es mich null gereizt hat (nicht das Programmieren per se, sondern die zu bearbeitende Thematik). Beim Modellierungsthema gab es eine generelle Fragestellung als Vorgabe, die man auf  ein persönliches Themenfeld ummünzen und bearbeiten (z.B. anhand eines Workflows aus der Arbeitsumgebung) soll.

Wer keines dieser beiden Themen bearbeiten will, sondern einen ganz anderen Vorschlag hat, kann dies auch gerne tun, allerdings mit einem kleinen Unterschied: der Stapel! Eigene Themenvorschläge landen auf dem ToDo-Stapel des Professors und werden (inoffiziellerweise nicht immer unbedingt nach dem FIFO-, sondern gerne auch nach dem DIMAM-Verfahren*) nach Zeit und Kontigent ausgewählt. Das wurde nicht irgendwie negativ dargestellt, aber mit einer gewissen Wartezeit muss man wohl rechnen. Wie dem auch sei, das Modellierungsthema passt mir ganz gut, zumal ich mir davon einen tatsächlichen Benefit für meine Arbeit erwarte. Warum also nicht das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden!?

Zurück zum weiteren Ablauf: Einige Tage nach dem Seminar hat unser Betreuer nochmal genau seine Vorstellungen zu den beiden Themen rundemailisiert, dann sollten wir ein kurzes Expose erstellen und dieses telefonisch mit ihm besprechen. Der nächste Schritt, den ich eingangs bereits erwähnt habe, ist die Vorstellung unserer jeweiligen Ergebnisse ein paar Woche später in Hagen. Das wird ähnlich ablaufen wie das Seminar, d.h. jeder erstellt einen 30minütigen Vortrag, der dann von Betreuern und Kommilitonen besprochen wird. Das alles wird aber sicher nicht mehr so förmlich wie das Seminar ablaufen: Erstens kennt man sich bereits, zweitens ist das eher als Entgegenkommen des Lehrstuhls bzw. unseres Betreuers zu sehen, nicht als Pflicht. Genau so empfinde ich das auch.

Nach dieser Zusammenkunft werden die Arbeiten offiziell angemeldet. Man hat dann eine Bearbeitungszeit von maximal 3 Monaten (plus ein optionales Monat) zur Verfügung, die Arbeit fertig zu stellen. Unser Betreuer hat zudem angeboten, nach den drei Monaten erneut ein Treffen in Hagen zu organisieren, wo dann die (vermeintlich) fertigen Arbeiten präsentiert werden und er uns noch letzte Verbesserungen und Änderungen mit auf den Weg gibt. Wir sollen dann, falls notwendig, den Zusatzmonat beantragen und den Feinschliff einarbeiten. Unterm Strich wird es also bis Ende August/Anfang September dauern, bis das Teil fertig beim Lehrstuhl liegt. Im Grunde ist mir das ziemlich egal, weil ich den MSc PI ja unabhängig davon studiere.

So, ich hoffe, ihr habt jetzt ein bißchen Einblick in den Ablauf einer Bachelorarbeit an einem informatischen Lehrstuhl erhalten. Im Netz findet man ja nicht wirklich viele Infos dazu. Allerdings gilt dabei zu beachten, dass wahrscheinlich jeder Lehrstuhl anders vorgeht. Positiv hervorzuheben ist, dass ich entgegen meinen Erwartungen beim bisherigen Prozedere nie den Eindruck hatte, nur ein studentischer Klotz am universitären Lehrstuhlbein zu sein. Klar, unser Betreuer hat sicher hunderte offene Baustellen und bestimmt interessantere Dinge zu tun, als unsere Vorträge und kommenden Abschlussarbeiten zu begutachten, dennoch war/ist er immer mit Eifer bei der Sache. Gefällt!

*Das Interessiert Mich Am Meisten (DIMAM).

Kommentare:

  1. Hallo Markus, da hast du dir aber wieder ein straffes Programm zusammengebaut.

    Kommunikationsnetze ist übrigens ein Video-only Kurs, findest du alles in der vu ;)

    Viel Erfolg bei der Bachelorarbeit

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ups, dann muss ich den Skripten-Passus wohl wieder reumütig aus dem Beitrag rauseditieren. ;)

      Löschen
  2. Immer wieder eine Freude, den Fortgang des Blogs zu verfolgen. Ein kleines Lebenswerk. Ich bin mit dem B.Sc. WiWi noch lange nicht soweit. Derzeit teste ich eine Strategieänderung. Es fehlen noch 2 Pflichtmodule. Diese werde ich jeweils mit einem Wahlmodul kombinieren, um die Klausurtermine etwas zu entzerren. Wir werden sehen ...
    Weiter so!!

    AntwortenLöschen