Montag, 26. August 2013

Buntes Postbein, übe!

Ich bin nicht verrückt geworden, mit dieser Eselsbrücke merke ich mir die Domänen der Cobit-Richtlinie (was mir ähnlich sinnvoll erscheint wie die Eselsbrücke selbst). Auch wenn sich alles in mir weigert, irgendwelche Guidelines auswendig zu lernen, machen die Klausurfragen das trotzdem erforderlich. Bei ITIL muss ich aber trotzdem passen, das geht echt zu weit.

Nach drei Durchgängen Wirtschaftsinformatik kann ich die Skripten bald nicht mehr sehen. Die unglaubliche Informationsdichte zehrt zudem echt an den Nerven. Kaum glaube ich, ein Kapitel oder Skriptum "zu beherrschen" und schaue nach ein paar Tagen wieder rein, muss ich feststellen, dass dem nicht so ist - zumindest nicht meinen Ansprüchen entsprechend. Zwar kann ich die großen Zusammenhänge ohne Probleme reproduzieren, aber die Mini-Details, nach denen in der Klausur gefragt wird, erscheinen wieder etwas verschwommen. Gibt's doch nicht!

Ich frage mich, ob ich die Sache nicht etwas zu genau nehme. Wahrscheinlich tue ich das, aber ich kann für einen Multiple-Choice-Test nicht nur halb lernen, da lasse ich es lieber gleich. Einige Kapitel/Unterkapitel habe ich ohnehin wegrationalisiert, vor allem wenn der gefühlte Aufwand nicht dem prospektiven Nutzen entsprach (z.B. Kapitel mit unzähligen Tabellen und Auflistungen bzw. Kapitel, deren Relevanz mir absolut nicht einleuchten wollte).

Testweise habe ich nach dem letzten Lerndurchgang eine jungfräuliche Probeklausur absolviert. Wenn es bei der kommenden Klausur genauso laufen würde, könnte ich mich mit 92% nicht beschweren. Aber Test- und Realbedingungen sind nunmal zwei paar Schuhe! Bei einem Multiple-Choice-Test weiß man nie, ob man bei den ganzen Details aufs richtige Pferd gesetzt hat oder ob einem die Nervosität ein Schnippchen schlägt. Um die Fragen richtig beantworten zu können ist es jedenfalls notwendig, den Stoff aktiv zu beherrschen. Oftmals kann man ja bei (herkömmlichen) Multiple-Choice Tests schon anhand der Fragestellung und der Blödsinnigkeit mancher Antwortmöglichkeiten auf die richtige Lösung schließen. Das ist bei der Wirtschaftsinformatik definitiv nicht der Fall. Hier geht es um Nuancen und Spitzfindigkeiten, die man nur durch aktives Reproduzieren des Stoffes und Verständnis der großen (und kleinen) Zusammenhänge in den Griff bekommt.

Jetzt muss ich mich wieder ganz auf die EBWL und VWL konzentrieren, was mich bezüglich der Wirtschaftsinformatik bestimmt wieder aus der Bahn werfen wird. Ich verliere beim Wechsel des Lernfaches innerhalb kürzester Zeit den Fokus auf das zuvor gelernte Modul. Zwei Fächer gleichzeitig zu lernen und am Tag X beide perfekt beherrschen zu müssen ist im Vergleich zu meinem ersten Studium der gravierendste Unterschied. Das bereitet mir irgendwie auch die meisten Schwierigkeiten. Sequentielles Lernen wäre mehr mein Ding, so bin ich es eben aus alten Tagen gewöhnt.

Ein paar Gedanken zur weiteren Organisation des Studiums

Eines wird mir im Laufe des Semesters immer klarer: Auf Dauer verträgt mein Privatleben diesen hohen Lernaufwand nicht. Im Moment gibt es wirklich nur noch arbeiten, essen und lernen. Wäre ich alleine, hätte ich wohl kein so großes Problem damit, aber ich bin es nunmal (gottseidank) nicht. Momentan werde ich ziemlich unrund und schlecht gelaunt, sobald mein Tagesablauf auch nur minimal vom Plan abweicht. In Anbetracht der Tatsache, dass weder mein Beruf noch meine Karriere vom Studium abhängen und ich das Ganze letztlich nur aus Spaß am Studieren mache, ist dieser Aufwand samt "Sekundärschäden" nicht gerechtfertigt.

Keine Angst, ich schmeisse das Studium nicht hin, muss mir aber trotzdem Konsequenzen überlegen:

  • Option A - nur noch eine Klausur pro Semester: Wäre wohl naheliegend, aber hey, 9 Jahre für einen popeligen Bachelor? Das dauert mir entschieden zu lange.
  • Option B - weiter wie gehabt: In der Hoffnung, dass das erste Semester in mehrerer Hinsicht eine Ausnahme bleibt (Lernen nach langen Jahren der Abstinenz; Keinerlei wirtschaftliche Vorbildung; Kein IT-Beruf;..), könnte ich noch einen Versuch mit zwei Modulen pro Semester machen und rechtzeitig die Reißleine ziehen, wenn der Aufwand wieder so ausartet.
  • Option C - einfach weniger lernen: Wie oben bereits erwähnt, nehme ich die Sache wohl eine Spur zu genau. Wenn es nur ums Durchkommen ginge, könnte ich den Zeitaufwand bestimmt reduzieren. Das liegt mir aber irgendwie nicht.
  • Option D - die Lernzeiten verändern: Wenn ich nur noch abends lerne, wenn Frau und Kinder schlafen, gehe ich niemandem ab. Das Problem ist allerdings, dass ich selbst überhaupt nicht gut schlafen kann, wenn ich unmittelbar zuvor noch ultrakonzentriert war.
  • Option E - früher zu lernen beginnen: Extrapoliere ich den Zeitaufwand in diesem Semester und rechne ihn auf die zur Verfügung stehenden Tage um, würde ich mit täglichen knapp zwei Stunden Lernzeit (ohne Pausentage) auf dieselbe Anzahl an Gesamtstunden kommen. Ich habe retrospektiv zuviel Zeit verstreichen lassen, bis ich wirklich ernsthaft und regelmäßig gelernt habe.

Nach reiflicher Überlegung sieht meine Taktik nun wie folgt aus: Basis sind die Optionen B+E, gewürzt mit einer Brise D und ganz wenig C. Sprich: Früher beginnen, zu familienverträglicheren Zeiten lernen, das Ganze vielleicht nicht mehr ganz so detailliert bearbeiten - und meiner Frau ab und an mal einen Blumenstrauß mitbringen und mich für die Unterstützung bedanken!


Timetracker:
Einführung Wirtschaftsinformatik: 160h 38min
Einführung VWL: 45h 13 min
Einführung BWL:47h 52 min
Gesamt: 253h 18min 

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